Skip to content

Die verlorene Spielkindheit (Modul 1)

Warum Kinder Freiheit brauchen, um psychisch gesund zu werden

Kinder wachsen heute in einer Welt auf, die sich radikal verändert hat. Noch nie waren junge Menschen so stark digital vernetzt — und gleichzeitig erleben viele Pädagog*innen, Eltern und Therapeut*innen eine zunehmende emotionale Unsicherheit, soziale Fragilität und psychische Erschöpfung bei Kindern und Jugendlichen.

Die Seminarreihe Die verlorene Kindheit beschäftigt sich mit einer der drängendsten Fragen unserer Zeit:

Was brauchen Kinder wirklich, um psychisch gesund, beziehungsfähig und resilient aufzuwachsen?

Im Mittelpunkt steht die entwicklungspsychologische Erkenntnis, dass Kinder für eine gesunde Reifung reale Erfahrungen benötigen:

  • freies Spiel,
  • Bindung,
  • Bewegung,
  • Konflikte,
  • Risikoerfahrungen,
  • Gemeinschaft,
  • Selbstwirksamkeit
  • und echte zwischenmenschliche Resonanz.

Gleichzeitig erleben wir einen historischen Wandel: Kindheit verlagert sich zunehmend von realen Erfahrungsräumen in digitale Lebenswelten.

Die Seminarreihe greift aktuelle Erkenntnisse aus:

  • Entwicklungspsychologie,
  • Psychotherapie,
  • Bindungsforschung,
  • Neurobiologie,
  • Medienpsychologie,
  • Resilienzforschung
  • und Sozialpsychologie auf.

Dabei geht es ausdrücklich nicht um Technikfeindlichkeit.

Digitale Medien gehören zur modernen Welt. Die entscheidende Frage lautet vielmehr:

Wann und unter welchen Bedingungen sind Kinder psychisch reif genug, um mit digitalen Hochreizwelten gesund umgehen zu können?

Die Reihe verbindet wissenschaftliche Grundlagen mit konkreten pädagogischen und gesellschaftspolitischen Fragestellungen:

  • Wie verändert digitale Sozialisation die Entwicklung?
  • Warum nehmen Angst und emotionale Fragilität zu?
  • Welche Rolle spielen Bindung und reale Gemeinschaft?
  • Wie können Schulen und Familien wieder entwicklungsfördernde Räume schaffen?
  • Und welche Verantwortung tragen Bildungspolitik und Gesellschaft?

Die vier Module können einzeln besucht werden, bauen jedoch inhaltlich aufeinander auf und ergeben zusammen ein umfassendes Bild moderner Kindheit im digitalen Zeitalter.

Modul 1

Leitgedanke

Kinder entwickeln Resilienz nicht durch permanente Absicherung — sondern durch reale Erfahrungen von Spiel, Risiko, Konflikt und Selbstwirksamkeit.

Ziele des Moduls

Die Teilnehmer*innen:

  • verstehen die Bedeutung freien Spiels für psychische Entwicklung,
  • erkennen die Folgen moderner Überbehütung,
  • reflektieren eigene pädagogische Haltungen,

entwickeln Ideen für entwicklungsfördernde Erfahrungsräume.

Genauere Inhalte:

Modul 1 beschäftigt sich mit der Frage, wie sich Kindheit in den letzten Jahrzehnten verändert hat und welche Auswirkungen dies auf die Entwicklung von Kindern hat.

Im Mittelpunkt stehen der historische Wandel von Kindheit, der zunehmende Verlust autonomer Erfahrungsräume sowie gesellschaftliche Entwicklungen wie Überbehütung und ein wachsendes Sicherheitsdenken.

Darauf aufbauend wird erläutert, warum freies Spiel aus entwicklungspsychologischer und neurobiologischer Sicht eine zentrale Voraussetzung für gesunde Entwicklung ist.

Themen wie Selbstwirksamkeit, Risikoerfahrungen, Resilienz, Konfliktfähigkeit und Frustrationstoleranz werden dabei praxisnah eingeordnet.

Außerdem werden die psychologischen Folgen einer stark kontrollierten und überbehüteten Kindheit beleuchtet, darunter Angstentwicklung, emotionale Fragilität, geringe Selbstregulation und die Abhängigkeit von äußerer Kontrolle.

Abschließend richtet sich der Blick auf die pädagogische Praxis: Wie können Kinder wieder mehr eigenständige Erfahrungsräume erhalten? Welche Rolle spielen Familie, Schule und pädagogische Fachkräfte dabei?

Ergänzt wird das Modul durch konkrete Praxisideen und gemeinsame Reflexionen.

Kursleitung Dieser Kurs wird geleitet von
Carsten Thiele
Carsten Thiele
  • Verhaltenstherapeut für Kinder u. Jugendliche
  • Studium der Pädagogik und Psychologie
  • Betriebswirt, Theologe
Gruppengröße
8 – 20 Teilnehmer*innen
Standort
chi.pa Akademie
Spichernstraße 11a
30161 Hannover
Kursgebühr pro Person
135,00 
Die Preise für Gruppen finden Sie hier.